LEBENSKÄMPFE


 

 

 

 

 

"Ein Stück Lebensprogramm, das wir uns alle eigentlich hinter den Spiegel schreiben oder besser ins Herz eingravieren sollten: Schwierigkeiten jeglicher Art sind Auf- gaben. Und wahrhaftig, nicht wenige von uns haben große Lebensschwierigkeiten zu überwinden. Sehen Sie, das Prinzip, das Lebensprogramm lautet: Schwierigkeiten sind Aufgaben! Populärer Ausdruck: Schwierigkeiten sind dafür da, um über- wunden zu werden. Schwierigkeiten, Lebensschwierigkeiten, Lebensaufgaben! Ja, wir durften sogar sagen: Lebensschwierigkeiten sind einzigartige Vertrauensproben und Liebesproben.

 

Nicht zusammenbrechen, sondern vertrauen

Also nicht Zusammenbruch darf die Antwort sein, sondern wach werden: Was will der liebe Gott jetzt? Zähne aufeinanderbeißen? – Sicher, das ist alles recht und echt und wahr und gut und schön, aber letzten Endes auch Herz und Kopf geöffnet halten für die Zuströmung der Gnade von oben. Sie müssen den Gedanken so, wie er jetzt formuliert ist, noch einmal auf sich wirken lassen. Also: Nennen Sie die Schwierigkeiten, die Sie plagen! – Was sind die für mich? Eine Lebensaufgabe!

 

Gott führt durch Schicksalsschläge

Bis zum Ende des Lebens wird der Gott der Vorsehung uns führen durch Schicksalsschläge des Lebens. Der Vatergott bleibt allezeit der große Erzieher seiner Lieblingskinder. Und wodurch tut er das? Durch Schicksalsschläge. Deswegen wäre es auch eine große Unschicklichkeit, etwa zu meinen, jetzt bin ich 30 Jahre, 40 Jahre, 50 Jahre – wenn ich jetzt an mich selber denke, 80 Jahre alt – jetzt hat der Herrgott Ruhe. Der gibt keine Ruhe! Weshalb gibt er keine Ruhe? Solange wir leben, erzieht er uns. Ich darf also auch nicht sagen, ich bin fertig.

 

Immer beweglich bleiben

Ich bin nie fertig. Ich sage scherzhaft, höchstens nach dem Tode, dann ist die Erziehung zu Ende. Wissen Sie, wenn ich das festhalte, bleibe ich ewig wach, werde ich nie stur und starr. Nie also fertig sein wollen, immer in Bewegung sein wollen! Sie kennen das alte Wort: Bereit sein ist alles! Wofür bin ich bereit? Ja zu sagen zu den Wünschen der ewigen, der unendlichen Liebe."

 

 

Ein Beitrag von

Pater Josef Kentenich, 18.04.1966