RAUM FÜR GOTT – EIN FAMILIENNACHMITTAG


 

70 Personen folgen der Einladung zu einem Nachmittag für Erstkommunionkinder mit ihren Familien.

 

„Alle Erstkommunionkinder“ durften unter den beiden Fallschirmen hindurchrennen, die von uns allen festgehalten wurden. „Alle, die über 29 Jahre alt sind“ – „Alle, die hier getauft wurden“ – „Alle, die sich gerne an ihre eigene Erstkommunion erinnern“…

 

Dann bildeten sich drei Gruppen:

  • Programm für die Erstkommunionkinder
  • Spiele für die Geschwisterkinder
  • Programm für die Eltern

Die Erstkommunionkinder setzten sich zentral mit der Bibelstelle Mose am brennenden Dornbusch auseinander. Um den Kindern einen persönlichen Zugang zu ermögli­chen, stand die Frage im Raum: Was ist bei mir Alltag? In verteilten Rollen, mit Egli-Figur und Legematerial erschloss sich die Erzählung tiefer. Lieder aus dem neuen GL ergänzten affektiv: Wir sangen das „Heilig“, nachdem die Kinder von der Ehrfurcht Mose vor der Gegenwart Gottes erfahren hatten. Die Betrachtungen mündeten in die Frage: Wo begegne ich Gott? In der Vielfalt der Antworten er-schloss sich für die ganze Gruppe hierfür ein Raum. Anstelle des stilisierten Dornbuschs trat am Ende der Einheit die brennen­de Gruppenkerze, die zur Bitte um Gottes Begleitung auf dem Kommunionweg führte.

 

Und die Eltern?

„Was gibt mir Kraft?“ Diese Frage stand für sie im Mittelpunkt einer ersten Runde. Ein Sportler, eine Winterlandschaft, ein Fahr-radausflug in der Familie, frisch gebrühter Cappuccino, ein Buch, zwei Hände, die sich halten ... – Fotos dienten als Anregung, darüber nachzudenken, auf Kärtchen festzuhalten und sich dann in kleinen Gruppen auszutauschen, was einen selbst Kraft schöpfen lässt.

 

In einem kurzen Impulsreferat machten wir deutlich, dass für Christen all dies nicht „nur“ weltliche Quellen sind, dass vielmehr – wenn und weil die Welt Gottes Schöpfung ist – alles, was sie schenkt, uns aus seiner Hand entgegenkommt. Dass Gott uns mit­ten in unserer konkreten Lebenswelt, gerade auch in den kleinen und unscheinbaren Dingen des Alltags, begegnen möchte, zeig­ten wir anhand der Erzählung, mit der sich parallel dazu ja auch die Kinder befassten: dem brennenden Dornbusch.

 

Wir berichteten von der Erfahrung, dass alle Dinge eine andere Tiefe bekommen, wenn wir sie im Licht Gottes wahrnehmen; dass es gut tut, in schweren, anstrengenden Zeiten

loslassen zu können im Vertrauen darauf, dass Gott der Ich-bin-Da ist, das unser Leben in ihm geborgen und getragen ist.

 

Er will mitten unter uns wohnen

Und schließlich erzählten wir, dass dabei für uns das Hausheiligtum eine zentrale Be-deutung hat als ein Ort, an dem wir uns Gott besonders nahe fühlen. Ein Bild unseres Hausheiligtums, das wir zeigten und dessen Elemente wir jeweils ein wenig beschrieben, vermittelte eine Vorstellung, wie ein „Raum für Gott“ gestaltet sein könnte. Und wie er zum Beispiel durch Bräuche und Rituale im Leben einer Familie seine Wirkung entfalten kann.

 

Werkstatt

Dann luden wir dazu ein, auch im eigenen Zuhause einen Raum für Gott zu schaffen. Dazu hatten wir eine „Werkstatt“ einge­richtet, in dem die Familien aus Leisten ein Kreuz, einen Bilderrahmen und/oder eine Kerze gestalten konnten. Es gab natürlich auch Bilder, in Postkartengröße: Christusdarstellungen, Marienbilder, eine modern gestaltete Engelsdarstellung oder das Bild „In seinen Händen“ von Sieger Köder. Der Anblick der mit großer Hingabe an ihren Werken arbeitenden Familien war anrüh­rend. Viele Väter hatten offenkundige Freude, mit ihren Kindern Holz zu bear­beiten; die Handhabung der Kappkreissäge, die Technik des Verzapfens – man half sich gegenseitig und kam dabei zwanglos in Kontakt. Nach einer Stunde war vieles ent­standen, mancher nahm sich noch „Arbeit“ mit nach Hause.

 

Eine gemeinsam genossene Suppe diente der Stärkung und gab nochmal Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Ankündigung, dass im abschließenden Familiengottesdienst die zuvor entstande­nen Werke gesegnet werden könnten, wurde mit Freude aufgenommen. So konnten sie während des Gottesdienstes an ihrem Ehrenplatz vor dem Altar noch einmal eine Ahnung davon vermitteln, dass dieser Gott, den wir in dieser Kirche feiern, auch zu uns nach Hause kommen möchte, um mitten unter uns zu wohnen.

 

 

 Quelle: Unser Weg 2015 Qrt. 4