DEN LEBENSPLAN IN SICHEREN HÄNDEN WISSEN


 

Angst gehört zum Leben und ist auch ein Schutz. Denn sie warnt uns spontan vor Gefahren, die wir als solche noch gar nicht analysiert haben und sie stellt uns Energie zur Verfügung, damit wir angreifen oder fliehen können. Pater Kentenich betont jedoch, dass wir uns hüten müssen vor schlotternder Angst, um mutig und risikobereit den Herausforderungen des Lebens die Stirn bieten zu können.

 

 

Urgefühl Angst

Angst ist ein Urgefühl des Menschen. Jeder Mensch, weil er Mensch ist, weil er nun einmal in die heutige Welt hineingeworfen ist und überall von Gefahren umlauert ist, kennt Angst. Das ist ein Urgefühl. Angst ist aber auch ein Wurzelgefühl. Wie aus einer Wurzel wächst daraus ein ganzer Komplex von anderen Gefühlen. Angst wird zum Allgefühl. Eine Unsumme von Affekten und Handlungen sind nicht selten von der Angst infiziert.

 

 

Wagemutig

Der wagemutige Mensch geht nicht ohne Angst durch das Leben, aber ohne sonderliche Angst. Er geht nicht mit schlotternden Knien durch das Leben. Es ist beispielsweise keine Schande, wenn ich mitten hineingeworfen werde in die Schwierigkeiten der heutigen Zeit, wenn dabei mein Herz innerlich erbebt; wenn wir zum Beispiel die Freiheit hergeben müssten, wenn dabei ein gewisses Angstgefühl ist. Das ist nicht unmännlich, das ist durchaus menschlich. Das hat auch der Heiland gekannt. Welche Angst hat den Gottmenschen durchrieselt! Aus Angst hat er Schweißtropfen vergossen, sogar Blut geschwitzt! …

 

Wir hören es ja aus des Heilandes Wort, dass Gott so viel Ungewissheit lässt, damit der Mensch sich bewusst bleibt, abhängig zu sein von Gott. Wir können uns noch so sehr sichern, über Nacht kann das alles zerschlagen sein. Ich kann einen gesicherten Posten haben, morgen kann ich hinausgeworfen werden. Weil der vorsehungsgläubige Mensch die Pendelsicherheit kennt, darum ist er so ruhig und wagemutig. Das will heißen: Alle Dinge sind im Fluss, alles Menschliche wird so geworfen. Sicherheit hat der Mensch nicht in den Dingen der Welt, auch nicht in Gesetzen und Gebräuchen. Sicherheit gibt es nur oben in der Hand Gottes. Der wagemutige Mensch weiß überall den Lebensplan Gottes zu sehen und sich einzugliedern ... Natürlich darf ein bisschen Sorge und Klugheit dabei sein, aber nur ein bisschen.“

 

 

Ein Beitrag von Pater Josef Kentenich aus einem seiner Briefe

 

Quelle: Unser Weg 2016 Qrt. 1