NACHT DER VERSÖHNUNG


Die Suche nach neuen Wegen zu Buße und Beichte.

 

 

Schuld, Versagen, Scherben, Schwäche, Irrwege, Reue, Sackgasse. Aber auch Vergebung, Verzeihung, Versöhnung, Bekenntnis, Umkehr, Erlösung, Erleichterung, … Das sind zentrale Begriffe in unserem mensch­lichen Leben und im Zusammenleben. Alle deuten auf Brüche und auf Heilung von Beziehungen hin. Beziehungen zwischen Menschen, die Beziehung zu Gott, aber auch die Beziehung zu mir selbst.

 

In der kirchlichen Tradition sind mit dieser Lebenswirklichkeit das Sakrament der Buße und Beichte verbunden. Leider ist dieses Sakrament etwas in Bedrängnis, Vergessenheit oder gar in die Tabu-Zone abgerutscht. Die traditionelle Beichte zeigt sich als nicht mehr zeitgemäß und zugänglich für viele Menschen in unseren Gemeinden. Die Hinführung zur sakra-mentalen Beichte hat in vielen Glaubensbiographien nur bei der Vorbereitung zur Erstkommunion oder zur Firmung stattgefunden. Häufig konnte hierbei der Wert und der Schatz von Buße und Beichte nicht wirklich vermittelt werden.

 

So suchen wir in unserer Gemeinde nach neuen, einladenden Formen, um uns dieser Lebenswirklichkeit von Schuld und Versöhnung zu nähern. Wir suchen Formen und Riten, wie es Menschen gelingen kann, über ihre Brüche und ihre Schwächen nachzudenken, sie vor Gott zu legen und zu erfahren, dass Gott Vergebung schenkt und jeden Menschen auch mit seinen Brüchen liebt.

 

In dieser Suche ist die Idee einer „Nacht der Versöhnung“ entstanden. Wir laden die Menschen ein, sich in der schön ausge­leuchteten Kirche mit ausreichend Zeit an verschiedenen Stationen mit unterschiedli­chen Angeboten diesem Thema zu nähern. Da wird es Anregungen zum Nachdenken geben durch Bilder und Textimpulse, da werden Möglichkeiten zum Schreiben sein, die eigenen Gedanken ins Wort zu bringen, zu malen oder auch anderes zu gestalten. Die eigenen „Scherben“ möchten vielleicht symbolisch vor Gott gelegt werden oder mit einem Weihrauchkorn in den Himmel stei­gen. Segenssprüche geben Zuspruch und Stärkung. Aber auch die Möglichkeit mit einem Priester ins Gespräch zu kommen oder zur Beichte zu gehen wird es geben. Ein Ort der Begegnung kann dann anschließend das „Café der Versöhnung“ sein oder ein Platz am Feuer vor der Kirche.

 

Quelle: Unser Weg 2016 Qrt. 1