VORZÜGE DES ÄLTERWERDENS ODER DIE SCHÖNHEIT DES ALTERS


 

 

 

 

 

Alt werden – ja! Alt sein – niemals? Müssen wir uns vor dem Alter fürchten? Keineswegs. Glück hat nichts mit dem Alter zu tun. Glück ist im Alter verbreiteter, als die meisten jüngeren Menschen glauben. Aber warum eigentlich? Wer nicht mehr im Arbeitsleben steht, hat mehr Zeit und kann sie sich auch noch frei einteilen. Diese Zeit sinnvoll zu nutzen, darin besteht womöglich eines der Geheimnisse des glücklichen Alterns.

 

 

Kontakt mit dem Himmel

Alt werden kann – positiv ausgedrückt – heißen: immer kostbarer werden. Wir erle­ben das Älterwerden als etwas Kostbares, Befreiendes. Wir haben mehr Zeit für all­tägliche Dinge wie Telefonate, Spaziergänge Schwimmen, Büchereibesuche oder den täg­lichen Mittagsschlaf. Auch für Familie und Nachbarn bleibt mehr Zeit sowie für Dienste im Pflegeheim. Wir haben aber auch mehr Zeit füreinander und für den Kontakt zum Himmel. Der beginnt mit dem Morgengebet, dem Frühstück mit allen Medikamenten und anschließenden Betrachtungen und Gebeten aus dem Stundengebet (zum Beispiel Te Deum). Wichtig sind uns auch – soweit die Angebote in unserer Pfarrei sind – die Mit-feier der Heiligen Messe. Vor dem Schlafengehen sind wir fast immer im Hausheiligtum, um zu danken und den Segen für die Nacht zu erbitten. X

 

 

Mehr Gelassenheit

Die Erfahrung, dass man viele Situationen (zum Beispiel große Feste, schwierige Gespräche, berufliche Probleme) schon gemeistert hat, macht uns ruhiger und gelas­sener. Unterschiede und Spannungen emp­finden wir nicht als Beunruhigung oder Störung, sondern als Bereicherung. Wir freuen uns beide miteinander, dass wir uns immer noch für die gleichen Ideale einsetzen können – wie es jeder schon in seiner Jugend getan hat. Wir suchen nach Gottes Spuren im Alltag. Aber jetzt ist es eher mal möglich, sich für die Vorbereitung eines Tagungsbeitrags mehr Zeit zu nehmen. Ein bisschen mehr Zeit bleibt seit dem Rentenbeginn auch für den Garten. X

 

Fazit: Älter werden ist eine Gratwanderung zwischen Rückzug, Aktivität und der Pflege unserer Beziehungen, zwischen Ausruhen und Aktivitäten, zwischen Struktur und unstrukturierten Zeiten. Älter werden kann schön sein!

 

Quelle: Unser Weg 2016 Qrt. 2