HELIKOPTER-ELTERN …


 

 

 

 

… oder wie wir Kindern das Leben lehren

 

 

Auf dem Spielplatz sind sie stets in der Nähe ihres Kindes, um es vor Stürzen oder anderen Gefahren zu bewahren, ihm Spielangebote zu machen oder Streit zu schlichten. Sie sind stets bemüht, dem Nachwuchs alle Hürden aus dem Weg zu räumen und ihn bestmöglich zu fördern. Deshalb verplanen sie die Freizeit ihres Kindes mit zusätzlichen Bildungskursen und stellen hohe Anforderungen an Söhne und Töchter. Weil sie sich permanent in der Nähe ihres Nachwuchses aufhalten und quasi um ihn kreisen, nennt man sie Helikopter-Eltern.

 

In der Praxis einer Ergotherapeutin steht ein Becken mit Erde bereit. Das Kind soll sie mit Wasser mischen und einen Schlamm herstellen, in dem es mit den bloßen Händen matschen darf. Offensichtlich muss es in der Therapie künstlich nachholen, was ein Kind ohne ständige Korrektur der Eltern und ohne ängstliches Aufpassen, es könnte sich schmutzig machen, natürlicherweise erlebt.

 

Folgen der Überbehütung

Natürlich wollen wir als Eltern, dass es unserem Kind gut geht. Und natürlich brauchen Kinder auch unsere Fürsorge. Aber damit sie selbständig werden können, müssen sie dies in kleinen Schritten lernen. Wer sein Kind permanent kontrolliert (zum Beispiel per Handy), signalisiert: Ich traue dir nicht zu, dass du es alleine schaffst! Doch Kinder müssen auch mal die Erfahrung machen, eine schwierige Situation selbst zu meistern. Das stärkt ihr Selbstvertrauen! Wichtig ist, die Kinder auch mal Fehler machen zu lassen. Nur so können sie lernen, in der Zukunft weitere Fehler zu vermeiden.

 

Loslassen und vertrauen

Hierbei hilft es, sich einmal an die eigene Kindheit zu erinnern. Waren es nicht gerade die Momente, in denen wir unbeobachtet von Erwachsenen mit anderen Kindern spielen konnten, in denen wir die spannendsten Abenteuer erlebten? Es ist nicht einfach, aber vielleicht können wir als Eltern lernen, weniger Angst zu haben, sondern mehr Vertrauen. Dann könnten wir unseren Kindern auch mehr Freiraum lassen…

 

Wenn wir uns dafür entscheiden, unser Kind nicht mehr ständig kontrollieren zu wollen, dann können wir uns beispielsweise klar machen, dass wir die Dinge des Lebens sowieso nur wenig beeinflussen können. Wir dürfen sie vielmehr abgeben, etwa in Gottes Hände und Fürsorge. Unser Verstand sagt uns, dass es tausend Gründe gibt, sich Sorgen zu machen. Aber Vertrauen können wir nicht denken, sondern nur spüren! Wenn wir einfach mal durchatmen und auf die Stimme unseres Herzens hören, können wir da trotz aller Sorge wahrnehmen, dass für uns und unsere Familie gesorgt ist? Wenn wir uns auf diese Weise getragen fühlen, dann können wir mehr Vertrauen ins Leben und unsere Lieben haben.

 

 

Quelle: Unser Weg 2016 Qrt. 3