… DASS DEIN HERZ NACH HAUSE KOMMT


 

 

Jahr der Barmherzigkeit

 

 

Mich als Augapfel Gottes fühlen

Gott liebt uns wie seinen Augapfel. In seiner Güte, Weisheit und Macht hat er die „Windeln“ ausgesucht und bereitgestellt, die für uns und unsere Entwicklung jeweils am geeignetsten waren. Es ist sehr empfehlenswert, vielleicht wegen kommender Stürme sogar notwendig, das gewaltige göttliche Erbarmungsmeer, in unserem Leben recht häufig und wirksam auszutrinken. Dadurch wird unser Gottesbegriff geklärt, unsere Gottesliebe neu entzündet und unsere Gottestreue gesichert.

J. Kentenich, 11.10.1934

 

 

Mich selber annehmen und erobern

Wenn ich einen einfältigen Vergleich gebrauchen darf, dann möchte ich so sagen: Wir müssen ein angeklebtes und das ursprüngliche Ich unterscheiden. Das ursprüngliche Ich möchte ich mit dem kleinen Moses im Binsenkörbchen vergleichen. Unser urwüchsiges, urtümliches Ich, so, ja gerade so, wie das der liebe Gott in uns grundgelegt und verwirklicht wissen will, das ist verzweifelt unscheinbar klein, das sitzt unten im unbewussten Seelenleben wie in einem kleinen Binsenkörbchen. Was in uns lebt, was von uns ausgeht, auch dann, wenn wir erwachsen sind, das ist eigentlich viel weniger dieses Ich als ein geheimnisvolles Es. Ich kann nicht einmal sagen: ein geheimnisvolles Du – es ist ein Es. Es ist das angeklebte Ich. Und mit diesem künstlich angeklebten Ich verzichten wir auf die sprudelnde naturrechtliche Quelle schöpferischer Kräfte. Nicht umsonst beklagt man den Mangel an Originalitäten im heutigen christlichen Leben. Wir wollen unser wirkliches Ich erobern!

 

J. Kentenich, 12.12.1966

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2016 Qrt. 3