PFORTE DER BARMHERZIGKEIT: VON DER ERLÖSENDEN KRAFT DES VERZEIHENS


 

 

 

 

Am 8. Dezember 2016 endet das Jahr der Barmherzigkeit. Durch viele „Heilige Pforten“, die zum bewussten Durchschreiten und damit zum Versöhnen und Verzeihen einluden, konnte das Heilige Jahr der Barmherzigkeit zum Erlebnis werden – so auch die Pforte der Barmherzigkeit des Urheiligtums in Schönstatt.

 

 

Loslassen lernen

Während unserer Familientagung im Som-mer hatten wir eine Auseinandersetzung als Ehepaar. Mich hat das Ganze einiges gekostet, vor allem, weil ich die kalten Blicke meines Mannes auf mir fühlte. Es glückte uns danach, ein sehr offenes Gespräch zu führen. Ich spürte im Anschluss daran, dass er sich viel Mühe gab. Ich wollte ihm zeigen, dass ich sein Bemühen wahrgenommen habe und schickte ihm einen Link, der für ihn brauchbar sein könnte. Ausgerechnet an diesem Tag gingen wir mit allen Familien

durch die Pforte der Barmherzigkeit im Urheiligtum in Schönstatt. Dort kam mein Mann zu mir in die Bank und zeigte mir durch Blicke und Gesichtsausdruck, wie sehr er sich über meine kleine Geste gefreut hatte. Weil das Ganze in mir schon so lange eine Wunde war, kamen mir sehr viele Tränen, die ich nur mühsam verstecken konnte – Tränen der Erleichterung – nach dem bewussten Durchschreiten der Pforte der Barmherzigkeit ... Erst später ging mir auf, wie tief dies zusammenhängt.

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Vertrauensvoll

Im Frühjahr bin ich mit meinen Geschwistern nach Schönstatt gekommen, um dort ein Wochenende miteinander zu verbrin­gen. Wir sind durch die Heilige Pforte ins Urheiligtum gegangen und ich habe im Moment des Durchschreitens ganz bewusst meinen Bruder und seine Familie unter die Barmherzigkeit Gottes gestellt und Gott inständig gebeten, ihnen doch zu hel­fen. Mein Bruder hatte schwere gesundheitliche Probleme und eingefahrene Verhaltensmuster, die zu großen Schwierigkeiten in seiner Ehe geführt hatten. Wie sie fühlte ich mich total hilflos und am Rande der Verzweiflung. Es hat ein paar Monate gedau­ert, aber dann hat sich plötzlich ganz viel zum Guten gewendet: Die Krankheit meines Bruders kann jetzt erfolgreich behandelt werden, so dass es ihm viel besser geht und er wieder Lust und Kraft hat, seinem Beruf nachzugehen. Er hat einen großen innerlichen Wandel durchgemacht und sieht vieles plötzlich ganz anders. Dadurch ist die Beziehung zu seiner Frau viel besser geworden und manche Wunden sind dabei zu heilen. Es ist ein Anfang, aber ich vertraue ganz fest darauf, dass Gott in seiner großen Barmherzigkeit keine halben Sachen macht.

 

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Quelle: Unser Weg 2016 Qrt. 4