ES REICHT!


 

 

 

 

Von der Angst zu kurz zu kommen.

 

 

Vor einigen Jahren wurde mir und anderen Teilnehmern während Exerzitien verschie­dene Bilder mit Lebensstationen Jesu ange­boten. Welches spricht Dich an? Von was lässt Du Dich berühren? Was erregt Deinen Widerspruch? Mein Blick fiel auf die Szene der Hochzeit von Kana. Das hatte ich schon so oft gesehen … puhh … irgendwie lang­weilig … es gibt doch sicher Spannenderes. Nein, das wählst Du nicht! Oder doch? Plötzlich wurde mir heiß. Was hat diese alte, bekannte Geschichte mit mir zu tun? Ich nahm das Bild mit in die Kapelle und betrachtete es lang. Ein Fest wird gefeiert, Wein wird getrunken, und plötzlich sind die Weinschläuche leer … Ist das Fest vorbei? Ist das Leben vorbei? Jesus tut sein erstes Wunder, aus Wasser wird Wein. Das Fest kann weitergehen.

 

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Und was hat das mit mir zu tun? Ich kenne dieses Gefühl der Angst, hoffentlich bekomme ich genug. Genug Aufmerksamkeit, genug Sicherheit, genug Geld, genug Liebe …

 

Hoffentlich ist das Fest meines Lebens nicht so schnell zu Ende. Das ist kein schönes Gefühl. Es ist die Angst, Mangel zu erleiden. In der Begegnung mit Menschen, die wenig haben und um ihre tägliche Existenz kämpfen müssen, kenne ich auch den Gedanken, dass es mir Gott sei Dank so nicht geht. Da schäme ich mich dann. Doch dabei möchte ich nicht stehen bleiben. Denn die Geschichte geht ja weiter! Jesus kommt und macht aus dem Wasser des Lebens guten Wein! Das ist meine Sehnsucht, mein Wunsch, mein Ziel. Egal, was mein Wasser ist, Jesus kann daraus ein Fest machen!

 

Mir wurde klar, dass es um Tieferes geht. Es ist ein inneres Ungefüllt-Sein, eine Unruhe, eine Suche, die vielleicht unsere Seele in sich trägt, damit wir auf dem Weg bleiben, den zu suchen, der uns letztlich wieder mit dem Wein des Lebens füllen kann und will. Seitdem ist mir diese Bibelstelle sehr ans Herz gewachsen, und auch wenn ich sie schon oft gehört habe, ist sie für mich zentral geblieben. Jesus und seine Mutter sorgen dafür, dass wir in unserem Leben immer das bekommen, was wir brauchen. Unsere Bitte um das Fest des Lebens ist dafür Voraussetzung.

 

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2017 Qrt. 1