WARTEN …



 

 

 

 

Die Medizin kann bei vielen Sorgen helfen, aber Gott allein schenkt und erhält unser Leben.

 

 

Warten – davon war unser Advent die­ses Jahr ganz besonders geprägt. Bei dem Routine-Ultraschall während meiner Schwangerschaft wurde festgestellt, dass die Versorgung unseres Babys auffällig ist. So auffällig, dass ich stationär ins Krankenhaus musste. Viele Untersuchungen folgten. Jede weitere Untersuchung konnte ergeben, dass unser Kind geholt werden muss.

 

Weiter warten...

Jeder Tag im Mutterleib zählt. Was aber, wenn der richtige Moment verpasst wird? Bangen. Wir haben Angst um dieses Kind und müssen gleichzeitig irgendwie Alltag leben: Unser gro­ßer Sohn bemerkt unsere Angst und Sorgen, reicht uns Taschentücher – oder eine Socke, die in der Nähe liegt – und fragt: „wieder gut?“

 

An einem Morgen dann die Gewissheit: Heute ist sein Geburtstag. Unser zweiter Sohn ist nun besser draußen aufgehoben als im Mutterleib. Durcheinander, froh und doch besorgt, stehen wir am Inkubator und staunen über den winzig kleinen Jungen, der viel zu früh, aber wohlbehalten vor uns liegt. Zehn Wochen zu früh und doch genau rechtzeitig. Es ist, als würden wir dem Schöpfer aufs Handwerk schauen.

„Du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich ent­stand, in deinem Buch war schon alles ver­zeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“

(Psalm 139, 13 – 16)

 

Ich bin bei Euch!

In all unserer Angst und Sorge waren wir getragen vom Vertrauen auf Gottes gute Wege, begleitet von so vielen im Gebet. Es war eine echte Schule für uns, alles in die Hände Gottes zu legen. Und wir war­ten, beten, vertrauen immer noch weiter. Unser kleiner Sohn muss weiter auf der Neonatologischen Intensivstation (Neo) liegen, wir können ihn immer besuchen – und müssen ihn doch immer wieder verlassen. Ihn abends ganz bewusst in Gottes Obhut zu geben, hilft uns.

 

Guter Gott und Vater, halte du unseren Kleinsten in deinen Händen, gerade dann, wenn er nicht von unseren Händen gehalten sein kann.

 

Gleich zu Beginn haben wir auch ein Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter am Inkubator angebracht. Wir stellen uns vor, dass so das Bett unseres Sohnes ein eige­nes kleines Heiligtum ist. Maria und Jesus auf der Neo. Und wir hoffen, dass auch die Heiligtumsgnaden für ihn wirken: Heimat, Wandlung, Sendung. So gern wir ihn zuhause bei uns hätten, so sehr hof­fen wir, dass er auch in dieser Umgebung Geborgenheit und Heimat erlebt. Dass er wachsen, gedeihen und so einen kleinen Wandel durchmachen kann. Gesendet ist er uns schon jetzt, als Segen.

 

„Überall sehen wir deine Spuren, du, unser Gott, bist Immanuel. Und jeden Tag hören wir deine Stimme, die uns entgegenruft: Ich bin bei euch! Herr, du willst mich lehren, mitten im Sturm bist du mir nah und mag der Himmel voller Wolken sein, tief auf dem Grund ist deine Freude.“

 

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2017 Qrt. 1