UNSER WEG "Ü-70" ?


 

 

 

 

Wir sind jetzt ein "Ü-70" Ehepaar und wohnen inzwischen nur noch zu zweit in unserem großen Haus.

 

 

Unsere fünf erwachsenen Kinder leben alle eigenständig. Wir haben gerade unsere Firma aufgegeben, weil die Kinder doch andere Lebenspläne hatten. Nun wollten wir Punkt für Punkt für "später" planen und auch mit finanziellen Sorgen klar Schiff machen. Wir wollten überlegen: Sollen wir uns von unserem geliebten Haus trennen, weil es jetzt viel zu groß ist? Oder doch nicht, weil die Kinder und viele Freunde immer noch gerne "nach Hause" kommen wollen, wo wir alle verwurzelt sind, wo wir Familienfeste feiern können und viel Platz brauchen? Oder, oder ...?

 

Die meisten Fragen blieben in der Planung stecken, weil wir nicht sicher wussten, was die richtigen Entscheidungen sind und auch, was der liebe Gott mit uns vor hat. Als Ehepaar hat man ja auch nicht immer dieselben Vorstellungen. Während dieser unsicheren Zeit, kurz nach unserem 45. Hochzeitstag, hatte mein Mann ohne Vorwarnung ganz plötzlich eine Kleinhirnblutung. Er wurde mit Blaulicht zur Uniklinik gefahren; ich saß im Notarztwagen und konnte nur noch beten und hoffen. Zum Glück war "zufällig" unser Sohn aus Berlin hier und ich musste nicht ganz allein im Haus sein. Unsere Kinder, Verwandten, die Kursgemeinschaft des Schön- statt-Familienbundes und viele tolle Freunde halfen uns mit Rat und Tat und beteten für uns. In vielen kleinen Begebenheiten war die Realität der Übernatur ganz deutlich zu spüren, obwohl ich in diesen Dingen eher nüchtern bin. Nach vier unsicheren Wochen mit Aufs und Abs wurde mein Mann in die Reha verlegt. Sein Verstand ist, Gott sei Dank, immer klar geblieben.

 

Nach weiteren zwei Monaten konnte er nach Hause kommen und mit viel Geduld und therapeutischer Hilfe geht es nun langsam aufwärts. Als sich bei uns so plötzlich alles änderte, gingen mir viele Fragen durch den Kopf:

 

Ich musste jetzt einige Entscheidungen allei­ne treffen, in der Hoffnung, dass es auch im Sinne meines Mannes ist. Auf den Bahn-fahrten zur Reha machte ich mir viele Gedanken, speziell über Ängste und Sorgen unserer Generation. Zum Beispiel: Was machen wir,

 

Wir sind Mitglied im Schönstattfamilienbund, da denke ich auch an die noch viel älteren Mitglieder. Wie schwer ist es, "ja" zu sagen, wenn die Mobilität immer einge­schränkter wird, wenn die Partner krank oder pflegebedürftig werden, oder sie uns schon in den Himmel vorausgegangen sind; wenn uns das schöne Zusammensein von früher und die persönlichen Treffen fehlen; auch wenn das gemeinsame Streben nur noch schlecht möglich ist … Als Frau gehe ich vielleicht sensibler und intensiver mit sol­chen Unberechenbarkeiten um. Zum Glück durfte unsere Familie viel Zusammenhalt erleben und spüren, dass wir uns immer auf Gott und die Gottesmutter verlassen kön­nen, dass sie uns bergen, auch wenn wir den Weg oft nicht verstehen. Wenn wir uns mal umsehen, haben wir so viele tolle Vorbilder, die sich in Gottes Händen bergen lassen und den unerschütterlichen Glauben haben "der Vater meint es gut mit mir".

 

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2017 Qrt. 4