ORT DER BEGEGNUNG


 

 

 

 

Familie B. aus Chile stellt ihr Hausheiligtum vor

 

 

Unser Hausheiligtum ist ein besonderer Platz des Gebetes in unserem Haus. Wir glauben, dass dies der Grund ist, warum sich jeder, der uns besucht, zu Hause fühlt.

 

Am 6. Dezember 1985 wurde unser Hausheiligtum eingeweiht. Zu dieser Zeit hat­ten wir vier kleine Kinder. Als wir uns darauf vorbereiteten, Gott und Maria in unser Haus einzuladen, erkrankte unsere dritte Tochter schwer an dem seiner­zeit praktisch unbekannten Kawasaki-Syndrom. Sie war weltweit erst der elfte Fall, bei dem man diese Erkrankung erkannt hatte. Man sagte uns, dass es dafür noch keine Behandlung gebe, und dass es drei Monate dauern würde, bis sich zeige, ob ihr Körper die Krankheit abwehren könne. Obwohl unsere Tochter erst vier Jahre alt war, beteiligte sie sich hochmotiviert daran, das Bild der Gottesmutter für unser Hausheiligtum in kleinen Quadraten auszumalen – jedes Quadrat war Symbol für ein Gebet oder Geschenk.

 

Es waren schwere Zeiten … In unserer Angst um das Leben unserer Tochter beteten wir viel. Wir baten, dass sie – wenn es dem Plan des guten Gottes entsprach – wieder gesund werde. Wir übergaben alles ihm und ein großer Friede zog in unser Herz ein. Unsere Tochter überwand die Krankheit in eineinhalb Monaten und erholte sich schnell ohne bleibende Schäden.

 

Sie kennt bessere Wege

Bei jeder neuen Herausforderung, vor die wir als Familie gestellt waren – im priva­ten Bereich oder auch im beruflichen und ehrenamtlichen Engagement –, wandten wir uns an die Gottesmutter. Wir haben oft erfahren, dass sie neue und bessere Wege kennt. Unsere Aufgabe ist es „nur“ zu vertrauen.

 

Unser Hausheiligtum hat den Namen „Ort der Begegnung“. Dieser Name drückt unsere große Sehnsucht aus, in Harmonie miteinander und mit uns selbst zu leben, einander zu verstehen und anderen ein Zuhause zu sein, das Schutz bietet. Unser ganzes Leben hängt eng mit unserem Hausheiligtum zusammen. Alles besprechen wir dort mit dem Himmel. Unser Ideal ist es, das gemeinsam zu tun als Ehepaar. Vor allem vor dem Schlafengehen hilft uns das gemeinsame Gebet. Es gibt nichts, was uns als Ehepartner so zusammenführt und Nähe schenkt wie das gemeinsame Gebet und das gemeinsame Überlegen, was uns Gott durch diese Person oder jenes Ereignis sagt. Wir beten, wir sprechen in unserem Hausheiligtum vor wichtigen Entscheidungen miteinander und versuchen, gemeinsam den Willen Gottes zu erkennen.

 

Ja sagen zum Willen des himmlischen Vaters

Unser Gebet hat sich inzwischen immer mehr zu einem Dialog der Liebe entwickelt, ist reifer geworden, ist Anbetung und Kontemplation. Wir haben gelernt, „ja“ zu sagen zum Willen Gottes. Wir ver­trauen „blind“, dass Gott den besten Plan für uns hat, dass er uns alles geben wird, was wir brauchen. Unser Lieblingsgebet ist das Gebet des Vertrauens – wir wie­derholen es viele Male täglich.

 

Vor anderthalb Jahren wurde bei Virgilio ein schwerer und sehr aggressiver Gehirntumor diagnostiziert. Er hat inzwischen viele Behandlungen durchgestanden: Strahlentherapie, Chemotherapien und zwei OPs. Er ist gewachsen im Gebet und im Bewusstsein, einen Auftrag zu haben. Dabei hat er sich nie beklagt und er ver­traut blind darauf, dass der gute Gott das Beste plant, das passieren kann. Wir hatten viele tiefe Gespräche mit unseren Kindern, konnten unsere große, geeinte Familie erleben, in der die Herzen ineinander schlagen. Von Tag zu Tag leben wir im Hier und Jetzt, ohne Pläne zu machen. Wir haben uns noch nie so sehr geliebt wie jetzt. Jeden Tag, den der gute Gott uns gibt, feiern wir und sind glücklich. Dabei danken und loben wir Gott und entdecken jeden Tag die einfühlsamen Geschenke der Gottesmutter für uns.

 

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2017 Qrt. 4