EIN ORT DES SEGENS – DURCH DIE HAUSWAND HINDURCH


 

 

 

 

Bisher hatten wir in jeder unserer Wohnungen ein Hausheiligtum. An einer Wand hängt ein Kreuz, ein Marienbild und dann gibt es Platz für eine Kerze und Gegenstände, die uns an etwas erinnern. Es gibt Bilder von Menschen, die wir dauerhaft oder vorübergehend im Gebet begleiten möchten, Bilder die uns tiefer ins Kirchen-jahr eintauchen lassen, einen Weihwasserkessel, unsere Hochzeitslaterne. Immer war dieses Hausheiligtum in dem Raum, in dem wir uns am meisten aufhielten. Es erinnert uns daran, dass Gott mitten in unserem Leben seinen Raum einnehmen und wirken soll – in uns und in den Menschen, die uns besuchen. Wir waren immer etwas hin- und hergerissen, ob wir das Hausheiligtum in einem „ruhigeren“ Zimmer einrichten sollten, zum Beispiel im Schlafzimmer, in das man sich auch mal zurückziehen kann. Schließlich war uns das „mittendrin“ Gottes in unserem Leben aber doch wichtiger.

 

Seit fünf Jahren dürfen wir im eigenen Haus wohnen. Bei der Planung überlegten wir, wo das Hausheiligtum seinen Platz bekommen soll. Es ist in unserem Wohnzimmer, das durch eine Schiebetür von der Wohnküche abgetrennt werden kann. So ist jetzt auch die Möglichkeit des Rückzugs mehr gegeben, und doch ist das Hausheiligtum im Lebensmittelpunkt unseres Hauses präsent. Das genießen wir sehr. Dieser feste Gebetsort hilft uns, leichter in die Begegnung mit Gott und Maria zu finden, etwas leichter zur Ruhe zu kommen (auch wenn es nicht immer gelingt), den Blick auszurichten auf Gott hin. Es ist ein Ort der Gnade, an dem uns schon manch guter Gedanke geschenkt wurde.

 

Das Hausheiligtum – ein Ort der Beziehung – zu Gott und zu Menschen. Von hier verbinden uns Gebete und Gedanken. Es ist ein Ort des Segens. Hier segnen wir einander gerne mit Weihwasser, vor allem, wenn einer für mehrere Tage nicht daheim ist. Ein Ort, Zeugnis zu geben, egal ob Freunde, Versicherungsvertreter oder Geschäftspartner zu Gast sind. Seit einiger Zeit ist uns auch der Gedanke wichtig, dass das Hausheiligtum nicht durch die Hauswand eingeschränkt ist und wir bitten Gott und die Gottesmutter, auch in unserem Wohngebiet in die Häuser und Familien in unserer Umgebung hinein zu wirken.

 

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2018 Qrt. 1