BEINAHE WÄRE UNSERE EHE ZERBROCHEN …



 

 

 

 

Mein Mann und ich haben uns drei Kinder gewünscht – und Gott sei Dank auch bekommen. Und obwohl wir unsere Mädels sehr lieben, wäre unsere Ehe beinahe an der Belastung durch die Kinder zerbrochen.

 

 

Keins unserer Kinder hat vor dem dritten Geburtstag durchgeschlafen, und mit der Jüngsten musste ich im ersten Lebensjahr mehrmals pro Woche zur Physiotherapie. Ich war erschöpft und mit meinen Nerven am Ende. Alle Kraft brauchte ich für das Versorgen der Kinder und für den Haushalt. Meine Devise war „Augen zu und durch“ – irgendwie den Tag überste­hen und auf bessere Zeiten hoffen. Sobald die Kinder geschlafen haben, hat sich einer von uns auch schlafen gelegt. An Zeiten zu zweit war nicht zu denken – ich hatte weder Lust noch Energie, und meinem Mann ging es ganz ähnlich. Er war parallel in der Arbeit sehr gefordert und so kämpfte jeder an seiner „Front“.

 

Wir haben beide viel zu spät realisiert, dass wir nur noch nebeneinander lebten, wie eine WG, die durch das Projekt „Kinder“ verbunden war. Aufgewacht sind wir beide, als mein Mann sich in eine andere Frau verliebt hat. Da schrillten auf einmal alle Alarmglocken und schlagartig war klar: Wenn wir jetzt nichts ändern, geht unsere Ehe in die Brüche. Das wollten wir nicht!

Wir haben uns einen Eheberater gesucht, wir haben einen Babysitter engagiert und mindestens einen Abend pro Woche zu zweit verbracht. Viele Gespräche, Spaziergänge und Autofahrten folgten. Es war mühsam, es war schmerzlich und schwer. So viel hatte sich angestaut – auf beiden Seiten Frust, Enttäuschung, Verletzungen … aber auch der Wunsch zu kämpfen und zusammen zu bleiben. Gott sei Dank haben wir die Kurve gerade noch einmal bekommen.

 

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2018 Qrt. 1