GARTENLUST, GRILLKULTUR UND BEZIEHUNGSPFLEGE



 

 

 

 

Mit unserem alten gusseisernen Holzkohlegrill haben wir über Jahrzehnte heiße Sommertage und Familienzusammenkünfte zum Grillen und Zusammensitzen im Freien genossen. Stets war das mit Zeit (Vorheizen, Glut erzeugen, rechtzeitig beginnen), mit Aufwand (Kohlen kaufen, wenn sie nicht im Vorrat waren), aber auch mit Freude am Feuermachen und (meist männlichem) Erfindergeist gekoppelt – wie

man das lästige Blasen mit elektrischen Geräten vereinfachen könnte, wie die Holzkohleschichtung sein muss, dass die Kohle gut durchglüht …

 

Insgesamt war das ein erheblicher Aufwand, von der Vorbereitung bis hin zum Abbau und dem Entsorgen der Asche am nächsten Tag (oder noch später!). Die Arbeiten waren dabei klar aufgeteilt: Die Männer und Jungs betätigten sich am Grill und damit im Garten, die Frauen und Mädchen waren eher in der Küche zugange. Das war damals auch in Ordnung so. Wir haben die Zeit genossen und uns daran gefreut.

Nun sind die Kinder aus dem Haus. Wir sind wieder mehr Ehepaar und haben den Wunsch, unsere Paarbeziehung zu stärken und die gemeinsame Zeit zu gestalten. Von Frühjahr bis Herbst fordert unser großer Garten viel Einsatz neben dem Beruf.

 

Wir wollen aber nicht nur darin arbeiten, sondern ihn auch genießen. So haben wir uns einen modernen Gasgrill gekauft mit dem Gedanken, im Sommer unser Leben viel draußen zu verbringen und uns miteinander beim Kochen zu erleben.

 

Wir verlagern die Küchenarbeit an einen Tisch in Freien. So ist es möglich, mit dem „Herd“ nebendran gemeinsam zu arbeiten und beim Schnippeln des Gemüses miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Kochen bekommt dann einen Wert – es ist nicht nur nötig, damit man nachher essen kann. Es ist auch egal, wie viel Zeit die ganze Aktion braucht. Es ist ein Event für uns zwei und das Schöne dabei ist, dass wir unsere Verbundenheit spüren.

 

 

 

 

Quelle: Unser Weg 2018 Qrt. 2