HEIMLIEBEN


 

 

 

 

Unsere Lebensaufgabe besteht darin, die Menschen – nicht nur unsere Kinder, nicht nur einander, sondern überall, wo wir Gelegenheit haben –, die Menschen gleichsam heimzuziehen, heimzulieben

und heimzusegnen. Es geht also nicht darum, Menschen zu erobern, denen den Kopf wundzureden durch reden und Reden und Phantasieren und Fisimatentchen, die man macht. Wir sollen also nicht ständig herumreden, herumfaseln, sondern was sollen wir? Die Menschen heimziehen.

 

Vom Heiland heißt es: Es ging eine Kraft von ihm aus (vgl. Lk 6,19). Eine Kraft muss in mir sein. Was ist das für eine Kraft? Selbst von Gott ergriffen sein. Gott leuchtet durch mein Wesen hindurch. Ich muss nicht immer reden und darauf hinweisen, nein, mein Sein muss wirken … Sehen Sie, so gibt es Menschen, die können Gott weiß wie reden und haben nie Erfolg. Weshalb? Andere Menschen reden nie viel, sondern sie leben, was sie für richtig halten …

 

Das ist immer so, eine Kraft muss von uns ausgehen. Geht diese Kraft von mir, von meinem Sein aus? Darf ich wiederholen: Wir müssen unsere Kinder heimziehen, heim zu Gott ziehen durch unsere persönliche religiöse Ergriffenheit; aber alles mit Urwüchsigkeit gepaart. Wir müssen die Kinder heimlieben; nicht heimschwätzen, sondern heimlieben! Sicher, wir müssen auch sprechen, dazu sind wir verpflichtet, aber die Hauptsache ist: heimlieben

 

 

J. Kentenich, 27.10.1958

 

 

Quelle: Unser Weg 2018 Qrt. 4