WENN ICH AN MEINE GROSSELTERN DENKE …



 

 

 

 

Was fällt mir beim Gedanken an Oma und Opa als Erstes ein?

Was habe ich von ihnen gelernt? Wofür bin ich ihnen dankbar?

Impulse aus der Enkelperspektive zum Weiterdenken …

 

 

Bei meinen Großeltern habe ich immer viel Spaß, sie kümmern sich um mich und spielen mit mir alle Spiele, die ich spielen mag. Bei der Oma gibt es auch immer total leckeres Essen. Sie kocht viel besser als die Mama! Ich kann mit der Oma auch Dinge bereden, die ich nicht mit der Mama besprechen will.

Veronika, 12 Jahre

 

 

Meine Oma ist eine Künstlerin. Als wir kleiner waren, hat sie mit uns immer gemalt und gebastelt. Von ihr habe ich viele kreative Dinge gelernt. Mein Opa ist ein Gärtner. Er hat mit uns immer „Blumenraten“ gespielt. Wir sind dann im Garten herum gegangen und er hat uns nach den Namen der Pflanzen gefragt und sich gefreut, wenn wir sie gewusst haben. Beeindruckend finde ich, dass meine Großeltern immer alles verarbeiten, was der Garten hervor­bringt – auch das Fallobst schnei­den sie aus und machen daraus leckere Sachen: Marmelade, Gelee, Apfelkuchen ... Es darf bei ihnen nichts verderben oder verschwendet werden. Das kommt wohl daher, dass sie als Kinder nach dem Krieg nicht viel zu essen hatten. Sie leben mir vor, die Natur und ihre Gaben mit Wertschätzung zu behandeln und dankbar dafür zu sein.

Tabea, 15 Jahre

 

 

Wenn ich an meine Großeltern denke, fällt mir als erstes ein, dass sie immer mit mir zum Baden gegangen sind, als ich noch klein war. Sie haben mir das Schwimmen und das Radfahren beigebracht. Das war echt toll! Ich erinnere mich auch an lange Vorlese-Stunden und viele gemeinsame Spiele. Von meinem Opa habe ich den Umgang mit Werkzeugen und Holz gelernt. Wir haben viel miteinander gebastelt.

Jakob, 18 Jahre

 

 

Wenn ich an meine Oma denke, sehe ich zuerst eine Frau im Gebet. Ich bin ziemlich eng mit meinen Großeltern aufgewachsen: Einmal über die Straße rüber und schon waren wir bei ihnen. Fast wöchentlich durfte ich bei Oma auch schlafen – und so sehe ich sie vor mir: Neben mir, an der Bettkante, den Kopf im Gebet geneigt, nimmt sie uns alle mit zum Vater und betet in großer Einfachheit und mit ganzem Herzen für uns alle.

Nadine, 28 Jahre

 

 

Wenn ich als Kind meine Oma besucht habe, hat es immer einen ganz besonderen Vanillepudding gegeben – so einen konnte nur sie zubereiten. Mein Opa hat mit uns oft Heilkräuter gesammelt und getrocknet und uns gezeigt, wie man daraus einen Tee gemacht. In guter Erinnerung habe ich auch die Familienfeste gemeinsam mit meinen Großeltern. Als meine Oma Herzprobleme bekommen hat und ins Krankenhaus musste, bin ich vorher mit ihr gemeinsam noch mal alle Orte abgefahren, die ihr in unserer Stadt wichtig waren. Sie hat wohl geahnt, dass sie sie zum letzten Mal sieht und sich innerlich davon verabschiedet. Das hat mich sehr berührt und wird mir unvergesslich bleiben.

Klaus, 49 Jahre

 

 

Oma und Opa sind immer nett und schimpfen nie. Sie haben ganz viel Zeit zum Spielen und ich darf bei ihnen viel länger fernsehen als zu Hause. Außerdem gibt es dort immer etwas Gutes zum Essen, auch Süßigkeiten!

Paul, 9 Jahre

 

 

Die Eltern meiner Mutter hatten einen Bauernhof. Ich kenne sie nur arbeitend: der Opa haupt­sächlich im Stall, die Oma mehr im Haus und in der Küche. Wenn wir zu Besuch gekommen sind, hat sich der Tisch immer gebogen unter den vielen Speisen. Meine Oma hat für uns viele wunderbare Pullover gestrickt. Selbst komplizierte Norweger-Muster konnte sie buchstäblich im Schlaf – sie hat auch dann noch weiter gestrickt, wenn ihr abends auf dem Sofa vor Müdigkeit die Augen zugefallen sind. Ich hatte kein inniges Verhältnis zu ihr, weil ich sie nicht oft gesehen habe. Aber sie bleibt mir als unheimlich fleißige, bescheidene und humorvolle Frau in Erinnerung – mit dem Strickzeug in der Hand.

Elisabeth, 46 Jahre

 

 

Quelle: Unser Weg 2018 Qrt. 4