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BEWUSST LEBEN



 

 ... Einfach mal Ballast abwerfen, denn weniger ist manchmal mehr ...

 

PLÖTZLICH MEHR FREIZEIT



Wegen der angespannten konjunkturellen Lage wurde bei uns in der Firma Kurzarbeit eingeführt. Freitags bin ich ab sofort regelmäßig zu Hause, weil ich mich am häuslichen Leben mit unbezahltem Urlaub beteiligen darf – und habe dafür auf dem Konto monatlich ein paar hundert Euro weniger. Eine ganz neue Erfahrung, und mit drei kleinen Kindern und einem noch nicht abbezahlten Haus macht man sich da schon so seine Gedanken …

 

Meine Frau und ich versuchen, der Sache so viel Positives wie möglich abzugewinnen. Bei unseren Ausgaben überlegen wir sehr genau, was wir wirklich brauchen – und auf welche Dinge wir verzichten wollen (oder müssen). Das ist auch eine Chance, mit bestimmten Gewohnheiten zu brechen und unnötigen Ballast hinter sich zu lassen. Hier geht es nicht um unsere Existenz, sondern um einfachere und bewusstere Lebensführung. Der Blick für das Wesentliche wird wieder freier. Und durch das zwangsweise "verlängerte Wochenende" habe ich plötzlich mehr Zeit für mich und die Familie. Ich kann die Kinder frühmorgens in die Schule bringen und wieder abholen, Unerledigtes aufarbeiten, meine Frau im Haushalt unterstützen und damit Zeitfenster öffnen für gemeinsame Unternehmungen. Vergangene Woche war ich mit unserer Jüngsten im Eltern- Kind-Turnen, als einziger Vater unter zwanzig Müttern. Wir haben es beide sehr genossen. Es hat mir einige Einblicke gegeben in das bisherige Leben meiner Frau.

 

 

EIN GELIEBTES KATZEN-KUSCHELTIER



 

Wir kennen eine Familie, die gewiss über sehr viel Geld verfügt. Sie wohnen in einer sehr schönen großen Altbauwohnung in München, haben zwei große Autos, ein Ferienhaus in herrlicher Lage. Als ich sie einmal besuchte, fiel mir auf, wie wenige Spielsachen die Kinder haben und wie "leer" das Kinderzimmer ist. Darauf angesprochen, sagte die Mutter, dass sie ihren Kindern ihren Wohlstand nicht als selbstverständlich vermitteln möchten und dass sie ihnen den Wert aller Dinge zeigen wollen. Zu Weihnachten zum Beispiel bekommt jedes Kind ein Geschenk. Ihre sechsjährige Tochter hatte sich einmal ein Katzen-Kuscheltier gewünscht. Das bekam sie auch. Und als ich sie in den Wochen nach Weihnachten mehrfach in der Kirche sah, hatte sie diese Katze immer bei sich. Das hat mich sehr beeindruckt.

 

 

DARF ICH MIR ETWAS GÖNNEN, WO MEIN SCHRANK DOCH EIGENTLICH VOLL IST?



 

Meine Schwägerin hat eine Zeit lang als Modefachverkäuferin in einem noblen Haus gearbeitet. Wir kamen ins Gespräch über Mode, Trends, persönlichen Stil, Entwicklung des eigenen Geschmacks. Wir sprachen über den verantwortungsvollen Umgang mit der Arbeit der Nähenden. Manche Kleidungsstücke werden sehr schnell abgelegt, andere geschont und bleiben jahrelang im Schrank liegen. Der eigene Stil ändert sich, die Mode verändert sich. In Vielem fühle ich mich nicht mehr wohl. Darf ich mir etwas gönnen, wo mein Schrank doch eigentlich voll ist?

 

Meine Schwägerin gab mir folgenden Tipp: Geh an deinen Kleiderschrank. Schau dir alle Stücke genau an: Was du im Laufe der vergangenen zwölf Monate nicht anhattest, kannst du alles aussortieren. Das ziehst du nie mehr an. Nach diesem Prinzip habe ich meinen Schrank ausgemistet – es waren auch gute Stücke darunter – und es mir "einfacher" gemacht. Damit der Umfang der Kleidungsstücke nicht wieder zunimmt, gab sie mir noch einen Tipp: für ein neu gekauftes Stück legst du ein altes ab. Manchmal ist es nicht so einfach, etwas, das mit Erinnerungen verbunden ist, wegzugeben; wir haben im Nachbarort einen Secondhandladen vom Roten Kreuz, der sehr gewissenhaft geführt wird mit guter, ausgesuchter Ware, ansprechend präsentiert. Dass ich meine abgelegten Kleider dorthin geben kann, sie nicht in den Reißwolf kommen, sondern jemandem noch etwas nützen, macht mir das Weggeben leichter. Lasten sind ent - sorgt und das erleichtert – lässt einfacher leben.

 

 

UNSER KARTOFFELONKEL



 

Wir haben einen Kartoffelonkel. Er heißt Onkel Karl und baut gewerblich Kartoffel an – die Besten! Sooft er bei uns vorbeikommt, ist sein Kofferraum voller Kartoffelsäcke, und alle sind für uns. Er weiß, wir brauchen davon viel. Was gibt´s heut’? Kartoffeln und Milch! Was gibt´s morgen? Bratkartoffel mit Salat! Oder Rösti mit Käs’, oder Kartoffelauflauf oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Sauerkraut. Unsere Familie ist für alles zu haben, was mit Kartoffeln zu tun hat. Das ist unsere Basis – einfach, preiswert und gesund.

 

 

EINFACHES ESSEN, DAS TOLL SCHMECKT



 

Ich koche sehr gerne und probiere auch gerne neue Rezepte aus. Rezepte sprechen mich dann an, wenn mit wenigen und einfachen Zutaten etwas Leckeres entsteht. Wenn ich erst mal fünf neue Gewürze kaufen muss, habe ich kein Interesse daran. Ich bin dabei durchaus auch bereit, Geld auszugeben für gute und gesunde Zutaten. Dann kaufe ich Biofleisch, aber eben nur einmal in der Woche. Für mich ist es eine schöne Herausforderung, einfaches Essen zu kochen, das toll schmeckt.

 

 



Inhalt
ERLEBTER KLIMAWANDEL?
ICH SEHNE MICH DANACH, BEI DIR ZU SEIN
KLIMAFAKTOR: ZEIT SCHENKEN
KLASSE(N)KLIMA
KONTROLLE IST GUT, VERTRAUEN BESSER
DAS EIGENE GEHEIMNIS ZUR ENTFALTUNG BRINGEN
DIE TALENTE IM KIND ENTDECKEN
EINFACHER LEBEN
AUF WAS KOMMT ES JETZT WIRKLICH AN?
BEWUSST LEBEN
EIN GEEIGNETES KLIMA FÜR INNOVATION
FÜNF SIND NOCH KEIN DUTZEND
KINDER, KÜCHE … UND KARRIERE?
Meditation: Wandlung

  

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