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ICH GLAUBE AN DICH! WAS EIN VATER BEDEUTEN KANN



 

 

Jungen zu fördern in ihrer Identität als Mann – nicht als Macho – ist Voraussetzung für die Ausbildung echter Väterlichkeit. Einen freundschaftlichen Vater oder einen väterlichen Freund zu erleben ist oft schicksalhaft, weil man sich dann die Väterlichkeit Gottes anders vorstellen kann.

 

 

Lerne daraus und mach weiter

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich eine neue Stelle angetreten. Wenige Monate nachdem ich mich mit den ersten größeren Baustellen meines Geschäftsfeldes beschäftigte, lief eine total aus dem Ruder. Es handelte sich um Rodung für einen Tagebaubetrieb 360km von unserem Standort entfernt. Mehrere der beteiligten Geschäftspartner waren äußerst unzuverlässig und nach mehrmaliger Ermahnung, unzähligen Telefonaten und vielen E-Mails zeigte sich keine wesentliche Veränderung. Die Witterung bescherte den Arbeiten einen weiteren Dämpfer. Es kam wie es kommen musste: meine Baustelle lief entgegen meiner Vorkalkulation mehr und mehr in die roten Zahlen. Wie tief das Loch wurde, war zunächst schwer absehbar, ich rechnete zwischen 3.000-5.000,- Euro. Bei einem der monatlichen Gespräche mit meinem Chef, brachte ich die Sache mit schlechtem Gewissen zur Sprache. Ich erklärte, dass uns diese Baustelle voraussichtlich mehrere Tausend Euro kosten wird. In meiner prekären Lage erklärte ich, dass der Verlust lediglich mit einem Rechtsstreit zu reduzieren wäre. Die Aussicht auf Schadenersatzforderungen gegenüber den verursachenden Geschäftspartnern sah ich als gut aber langwierig. Mein Chef spürte, wie viel Kraft mich diese Baustelle gekostet hatte und entgegnete nur: "Hake die Sache ab. Du regst Dich bereits schon zu viel darüber auf, lerne daraus und mach weiter". Das war es auch schon. Er haute nicht drauf, sondern er bestärkte mich. Ich schöpfte dadurch Kraft und Mut. Ich empfand es als eine väterliche Geste.

 

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Du kannst immer nach Hause kommen ins Nest

Während meiner Pubertät war das Verhältnis zu meinen Eltern sehr angespannt. Ich war überzeugt davon, die altmodischsten Eltern der Welt zu haben, weil sie mir – in meinen Augen – so wenig erlaubten. Einmal bin ich nach einem Streit erst Stunden nach der vereinbarten Zeit nach Hause gekommen, ohne Bescheid zu sagen. – Jetzt, wo ich selber Kinder habe, kann ich mir ausmalen, welche Ängste meine Eltern damals gehabt haben müssen ... Es gab ja auch noch kein Handy. – Es hat mir dann auch leid getan, dass ich sie in dieser Nacht so lange habe warten lassen und hatte ein ganz schlechtes Gewissen. Mein Vater hat damals nur zu mir gesagt: "Egal was war – Du kannst immer wieder nach Hause kommen ins Nest." Dieser Satz hat das Verhältnis zu meinen Eltern und mein Gottesbild entscheidend geprägt. Wir wollen versuchen, unseren Kindern genau diese Gewissheit weiterzugeben.

 

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Mein Chef war gekommen

Ich war bei einer Familie im Einsatz, in der die Mutter Alkoholikerin war. Sie war schon zur Entgiftung in der Psychiatrie und wartete nun daheim auf einen Therapieplatz. Ich weiß nicht mehr warum ich an einem Nachmittag in ihr Schlafzimmer ging, als sie im Bett lag. Sie sagte auf jeden Fall: "Ich hab jetzt genug. Ich hab ein Päckchen Schlaftabletten genommen". Die Verpackung fand ich im Abfalleimer im Badezimmer. Nachdem der Krankenwagen die Frau mitgenommen hatte, rief ich meinen Chef an und erzählte ihm von dem Erlebnis und den veränderten Einsatzbedingungen. Er fragte mich, ob ich schon noch weiterarbeiten könne. Ich bejahte, da es für mich fast eine Erleichterung war, zusätzlich zu den Kindern nicht auch noch die Frau betreuen zu müssen. Etwa 15 Minuten nach dem Telefongespräch, ich spielte gerade mit der Jüngsten, klingelte es an der Haustür: Mein Chef war gekommen, um zu schauen, wie es mir geht und sich die Situation noch mal erzählen zu lassen. Ich fühlte mich persönlich ernst- und wahrgenommen, und das nicht nur als Arbeitskraft, sondern als Mensch.

 

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Ich brauchte einen Ersatzpapa

Als ich zwölf Jahre alt war, ist mein Vater schwer psychisch erkrankt. Das war fast so das Schlimmste, was mir passieren konnte. Die Krankheit kam und ging. In mir war immer die Angst – vor allem vor Festtagen: Wie wird es sein? Mein Vaterbild ist dadurch ein Stück weit zerbrochen. Ich fühlte mich so machtlos und suchte verzweifelt nach Wegen, das "abzugeben". Ich spürte damals, dass ich einen Ersatzpapa brauche, und das wurde Pater Kentenich. Ich habe ihm in meiner ganzen Jugendzeit seitenweise Briefe geschrieben. Das war so meine Methode, das los zu werden.

 

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Inhalt
WO DER ALMRAUSCH BLÜHT
VORSICHT GESPRÄCH!
WAS HÄLT UNSERE EHE ZUSAMMEN?
WIEDER MAL BEZIEHUNGSSTRESS?
DICH NEU ENTDECKEN
NICHTS KANN UNS STOPPEN
„MITTEN DRIN“ – EIN INTERVIEW
DER SCHMALE WEG ZUR INNEREN FREIHEIT
„... DASS SIE SICH NICHT SO ALLEIN GELASSEN FÜHLT“
PERSÖNLICHE BEGLEITUNG
DER ERSTE FREUND
IN FREIHEIT SPRINGEN
BEI ALLEN UNARTEN AN DAS GUTE GLAUBEN
ICH GLAUBE AN DICH! WAS EIN VATER BEDEUTEN KANN
ERINNERUNGEN SÄEN
Meditation: tiefer gehen – höher steigen

  

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