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DER ERSTE FREUND



 

 

Wenn unsere Kinder sich verlieben, werden wir als Eltern vor eine neue Aufgabe gestellt. Was wünschen und erwarten wir uns von unserem Kind? Wie können wir es unterstützen und begleiten? Ein Elternpaar erzählt.

 

Er:

Seit unsere 15-jährige Tochter einen Freund hat, hat sich bei uns zu Hause manches verändert. Unsere Tochter und er sind sehr verschieden. Uns kommen sie manchmal hilflos vor in der Gestaltung ihrer Freundschaft. Wir schlagen ihnen dann vor, etwas gemeinsam zu unternehmen, und nicht nur auf dem Zimmer zu sitzen.

 

Sie:

Wir haben oft Diskussionen. Uns scheint es wichtig zu vermitteln, dass sie ein Gespür entwickeln für einen gewissen Intimraum der Freundschaft – auch im körperlichen Ausdruck. Ich sage zum Beispiel zu meiner Tochter: "Wenn der Opa da ist, musst Du doch nicht Deinen Freund küssen." "Wieso" bekomme ich zur Antwort, "meinst Du, das stört den Opa?"

 

Er:

Sie liegen ständig auf dem Bett in ihrem Zimmer und es stört sie gar nicht, wenn wir rein kommen.

 

Sie:

Wir wären früher aufgeschreckt, wenn unsere Eltern uns so gesehen hätten ... Wir möchten unserer Tochter vermitteln: Unserer Erfahrung nach hilft es der seelischen Dynamik einer Beziehung, wenn wir uns nicht auf einmal alles erlauben und wenn es einen gewissen Schutzraum gibt für intimere Berührungen. Es ist gut, wenn die körperliche Nähe mit der seelischen Hand in Hand gehen kann.

 

Er:

Es geht oft um die Frage: Darf sie auf Parties übernachten? Wir machen es dann so: So lange ich sie abholen kann, hole ich sie. Dann handeln wir aus, um welche Zeit.

 

Sie:

Ihr Freund darf bei uns übernachten, aber nicht im gleichen Zimmer. Sie möchte viel diskutieren. Zusammen mit ihr und ihrem Freund haben wir uns zusammen gesetzt und Regeln ausgehandel

  • Der Freund unserer Tochter darf in ihr Zimmer, aber die Tür bleibt angelehnt.
  • Übernachten muss er in einem anderen Zimmer.
  • Nach 20.30 Uhr hat er in den oberen Stockwerken nichts mehr zu suchen.

 

Er:

Manche Sachen legen wir auch einfach fest. Das rechtfertigen wir dann vor unseren Kindern auch nicht.

 

Sie:

Normalerweise tausche ich mich gerne mit anderen aus über das, was mich bewegt, auch über Fragen der Kindererziehung. Bei diesem sensiblen Thema jetzt reiße ich mich zusammen und erzähle nichts. Nur mit meinem Mann spreche ich darüber. Ein Glück, dass ich ihn habe. Wenn ich mit ihm reden kann, fühle ich mich schon gleich wieder besser.

 

Ich als Mutter muss viel mehr mit unseren Töchtern sprechen – schon allein das ganze Körperliche. Manchmal sage ich zu meinem Mann: Jetzt musst Du auch mal ran.

 

Nach vielen Gesprächen habe ich jetzt ein ganz gutes Gefühl.

 

 

 

 

 

  



Inhalt
WO DER ALMRAUSCH BLÜHT
VORSICHT GESPRÄCH!
WAS HÄLT UNSERE EHE ZUSAMMEN?
WIEDER MAL BEZIEHUNGSSTRESS?
DICH NEU ENTDECKEN
NICHTS KANN UNS STOPPEN
„MITTEN DRIN“ – EIN INTERVIEW
DER SCHMALE WEG ZUR INNEREN FREIHEIT
„... DASS SIE SICH NICHT SO ALLEIN GELASSEN FÜHLT“
PERSÖNLICHE BEGLEITUNG
DER ERSTE FREUND
IN FREIHEIT SPRINGEN
BEI ALLEN UNARTEN AN DAS GUTE GLAUBEN
ICH GLAUBE AN DICH! WAS EIN VATER BEDEUTEN KANN
ERINNERUNGEN SÄEN
Meditation: tiefer gehen – höher steigen

  

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